Lokale Ökonomien stärken
Eine Essbare Stadt ist mehr als ein Netz aus Gärten. Sie ist auch ein wirtschaftliches Modell: Wenn Lebensmittel lokal angebaut, verarbeitet und vermarktet werden, stärkt das die regionale Wirtschaft, verkürzt Lieferketten und schafft sinnstiftende Arbeit.
Die Essbare Stadt Mühlhausen zeigt konkret, wie lokale Ökonomien nachhaltig funktionieren können – und macht Mühlhausen damit zu einem lebendigen Labor für eine neue Art des Wirtschaftens mit Lebensmitteln.
Im Projekt wird konkret gezeigt, wie lokale Ökonomien nachhaltig funktionieren – wie z.B. Salate vermarktet oder Beeren verarbeitet werden können.
Essbare Stadt Mühlhausen e.V., Projektskizze 2024
Was wir darunter verstehen
Kurze Wege, frische Produkte
Lebensmittel, die in Mühlhausen angebaut werden, müssen nicht Hunderte Kilometer reisen. Sie kommen frisch auf den Tisch – besser für die Umwelt, besser für den Geschmack, besser für die lokalen Produzentinnen und Produzenten.
Lokale Gastronomie einbinden
Wir knüpfen Verbindungen zwischen unseren Gärten und der Mühlhäuser Gastronomie. Cafés und Restaurants, die Zutaten aus der Essbaren Stadt verwenden, machen lokale Ökonomie sichtbar und schmackhaft.
Verarbeitung vor Ort
Ernten, einkochen, fermentieren, trocknen: Viele Lebensmittel aus unseren Gärten lassen sich verarbeiten und haltbar machen. In unseren Kochwerkstätten zeigen wir, wie das geht – und schaffen damit ein Wissen, das früher selbstverständlich war.
Neue Geschäftsideen ermöglichen
Die Essbare Stadt kann der Nährboden für neue lokale Geschäftsideen sein: ein Kräuterhandel, ein Lieferdienst für Erntefrisches, ein kleines Café mit Gartenküche, eine solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) im Stadtgebiet.
Konkrete Ansätze in Mühlhausen
Kooperation mit ThINKA e.V.:
In der Stadt-Werkstatt am Steinweg 4 gibt es eine Gemeinschaftsküche und einen Begegnungsraum. Hier können Gartenerträge der Essbaren Stadt verarbeitet, verkostet und verkauft werden. Eine Mahlzeit im Café des ThINKA e.V. aus einem Nutzgarten der Essbaren Stadt – das ist unser Ziel.
Regionaler Marktstand:
Wir planen einen regelmäßigen kleinen Marktstand, an dem Vereinsmitglieder und lokale Kleinsterzeuger aus der Region ihre Produkte anbieten können. Kein Supermarkt, kein Großmarkt – direkt vom Garten auf den Tisch.
Solidarische Strukturen:
Über Mitgliedsbeiträge und Ernteanteilsmodelle wollen wir sicherstellen, dass die Essbare Stadt auch finanziell nachhaltig aufgestellt ist – und dass wirklich alle, unabhängig vom Einkommen, Zugang zu guten Lebensmitteln haben.
Warum das wichtig ist
In Mühlhausen, wie in vielen kleineren Städten Ostdeutschlands, gibt es strukturelle Herausforderungen: Ladenschließungen, abwandernde Fachkräfte, schwindende Nahversorgung in manchen Stadtteilen. Lokale Lebensmittelwirtschaft kann ein kleiner, aber echter Gegenpol sein – sie schafft Identifikation, Gemeinschaft und Resilienz.
Die Essbare Stadt Mühlhausen versteht sich als Teil einer breiteren Bewegung: für Städte, in denen Menschen nicht nur konsumieren, sondern mitgestalten. Lokale Ökonomien, die auf Vertrauen, Transparenz und Gegenseitigkeit beruhen, sind ein wichtiger Baustein davon.