Ernährungsbildung und -netzwerke
Ernährungsbildung für alle – von der Schule bis ins Café
Wissen, wo das Essen herkommt. Verstehen, warum Saisonalität und Regionalität wichtig sind. Erfahren, dass Kochen einfach, gemeinschaftlich und lecker sein kann. Das sind die Kerngedanken unserer Bildungsarbeit.
Die Essbare Stadt Mühlhausen versteht Ernährungsbildung nicht als trockenes Schulfach, sondern als lebendige, praktische Begegnung mit Lebensmitteln – auf dem Feld, im Garten, in der Küche und am Tisch.
Für Kinder und Jugendliche
Gemeinsam mit der Regelschule Forstberg und weiteren Schulen bieten wir Projekttage und AGs an, bei denen Schülerinnen und Schüler:
- Selbst anpflanzen, pflegen und ernten
- Wildkräuter kennenlernen und bestimmen
- Gemeinsam kochen und essen
- Die Geschichte der Ernährung in Mühlhausen entdecken
Der Ansatz: Niedrigschwellig, erlebnisorientiert und integrativ. Gärtnerische und kulinarische Projekte haben sich vielfach bewährt, um Barrieren zu überbrücken – zwischen Generationen, zwischen Kulturen, zwischen Schülerinnen mit und ohne Fluchterfahrung.
Praktische Gartenprojekte oder solche, die sich mit Kochen, Gerichten und Essbarem beschäftigen, haben seit langem bewiesen, dass sie integrativ wirken – nicht nur bei Kindern und Jugendlichen.
Elke Kross, Biologielehrerin und Vorstandsmitglied
Für Erwachsene
Unsere Kräuter-Workshops, Kochveranstaltungen und Vorträge richten sich an alle Mühlhäuserinnen und Mühlhäuser – ganz unabhängig von Vorwissen. Typische Formate:
- Wildkräuter-Führungen durch Gärten und Stadtgrün
- Saisonales Kochen mit Produkten aus unseren Gärten
- Fermentier-Workshops (Kimchi, Sauerkraut, eingelegtes Gemüse)
- Historische Ernährung – was aßen Menschen in Mühlhausen vor 500 Jahren?
- Vortragsreihe Essbare Stadt an der Volkshochschule
Ab 2026 in Kooperation mit der Volkshochschule Mühlhausen.
Ernährungsnetzwerke stärken
Neben der direkten Bildungsarbeit engagiert sich die Essbare Stadt für den Aufbau lokaler Ernährungsnetzwerke: Verbindungen zwischen Produzentinnen und Konsumentinnen, zwischen Schulen und Bauernhöfen, zwischen Gastronomie und Kleingärten.
Konkrete Ideen und Ansätze:
- Saisonkalender für Mühlhäuser Lebensmittel – was wächst wann in der Region?
- Kochkurs-Kooperationen mit lokaler Gastronomie
- Erntefrische Lebensmittelkisten aus den Gärten der Essbaren Stadt
- Essbare-Stadt-Markt: ein kleiner regelmäßiger Markt direkt in den Gärten
Warum Ernährungsbildung?
Wer selbst anbaut, achtet mehr auf das, was er isst. Wer weiß, woher sein Essen kommt, trifft bewusstere Entscheidungen. Und wer gemeinsam kocht und isst, baut Gemeinschaft. Ernährungsbildung ist damit nicht nur Wissensvermittlung – sie ist Demokratisierung von Wissen, Stärkung von Selbstwirksamkeit und ein Beitrag zu mehr sozialer Teilhabe.
Interkultureller Ansatz
Mühlhausen ist eine Stadt, in der Menschen aus vielen Ländern leben. Die Essbare Stadt setzt bewusst auf Mehrsprachigkeit und interkulturelle Offenheit. In unseren Gärten und Workshops sind Rezepte aus der ganzen Welt willkommen – denn Essen verbindet.
Vereinsmitglied Nune K. koordiniert den Kontakt zu osteuropäischen Netzwerken, Susanne P. bringt ihre Erfahrung aus der interkulturellen Bildungsarbeit ein.