Grüne Orte schaffen
Grüne, essbare Orte für alle – mitten in der Stadt
Mühlhausen hat etwas, das viele Städte nicht haben: Selbst im dicht bebauten Stadtzentrum gibt es Grünflächen, Innenhöfe, Brachflächen entlang der historischen Stadtmauer und ungenutzten Platzraum. All diese Orte könnten produktiver, lebendiger und zugänglicher sein.
Das erste und sichtbarste Ziel der Essbaren Stadt Mühlhausen ist es, genau das zu tun: wenig genutzte, brachliegende oder unkultivierte Freiflächen in nachhaltige, essbare Landschaften zu verwandeln – und damit allen Stadtbewohnerinnen und -bewohnern besseren Zugang zu frischen, gesunden und erschwinglichen Lebensmitteln zu ermöglichen.
Die ganze Stadt ein Garten.
nach Gerda Münnich, Berliner Gemeinschaftsgarten-Pionierin
Was bedeutet das konkret?
Essbare Stadtlandschaft statt Rasenfläche
Wo heute gemähter Rasen oder Schotterflächen liegen, können Obstbäume, Beerensträucher, Kräuterbeete und Gemüsebeete entstehen. Öffentlich zugänglich, kostenfrei nutzbar, pflegbar durch die Gemeinschaft.
Für alle – nicht nur für Gärtner
Unsere Flächen sind keine Kleingärten mit Zaun und Parzelle. Sie sind offene Räume, in denen Menschen jedes Alters, jeder Herkunft und jedes Hintergrunds willkommen sind. Wer pflücken, gärtnern, beobachten oder einfach verweilen möchte – der findet seinen Platz.
Biologische Vielfalt stärken
Essbare Stadtlandschaften sind nicht nur für Menschen gut. Bienen, Schmetterlinge, Igel und Vögel profitieren genauso. Mit heimischen Pflanzen, Wildblumen und naturnaher Gestaltung schaffen wir kleine Biotope mitten in der Stadt.
Geschichte erlebbar machen
Mühlhausen trägt eine reiche Agrargeschichte in sich – von mittelalterlichen Klostergärten bis zu den Bauerngärten der Bauernkriegszeit. Wir machen diese Geschichte in unseren Gärten greifbar: mit historischen Pflanzen, alten Sorten und erzählten Zusammenhängen.
Unsere bisherigen Flächen
Seit 2025 betreiben wir drei Gemeinschaftsgärten in der Mühlhäuser Innenstadt:
- Petrigarten (St. Petri): ca. 120 m², Schwerpunkt historische Getreidesorten
- Kristanplatz: ca. 50 m², Gemüse und Kräuter, öffentlich sehr sichtbar
- Haus der Kirche: ca. 30 m², Kräutergarten, geschützt und ruhig
Insgesamt bewirtschaften wir aktuell rund 200 m² essbare Stadtfläche. Ziel für 2027: mindestens ein weiterer Standort, möglichst entlang der historischen Stadtmauer.
Die Vision: Mühlhausen als Essbare Stadt
Langfristig wollen wir in Mühlhausen ein Netzwerk aus produktiven Orten schaffen – Gärten, Pflanzbeete, Obstwiesen und Gemeinschaftsflächen, die zusammen eine essbare Stadtlandschaft ergeben. Wer durch Mühlhausen geht, soll überall auf Grünes, Essbares, Gepflegtes stoßen – und sich eingeladen fühlen, Teil davon zu sein.
Vorbild ist unter anderem die Stadt Andernach, die erste Essbare Stadt Deutschlands. Auch Brighton (UK), Todmorden (UK) und Zürich zeigen, wie aus kleinen Anfängen ganze Stadtlandschaften entstehen können.